Businsesszeug ist das Ergebnis aus 3 Jahren Selbstständigkeit, in denen ich mich ausprobiert habe, auf gut Deutsch gesagt ordentlich auf die Fresse geflogen bin und mich durch Widerstand kämpfen musste, Widerstand in mir und Widerstand von außen.

In diesem Blog-Artikel möchte ich dir meine Geschichte erzählen. Es ist eine Geschichte, die dir in einigen Punkten vielleicht sogar bekannt vorkommt, denn ich bin der festen Überzeugung, dass nicht nur ich diese Erfahrungen gemacht habe.

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Lass uns ganz am Anfang starten

In der Zeit nach meiner Ausbildung musste ich, von der Arbeitsagentur aus, eine Weiterbildung für Webdesign machen. Das waren die 2 Monate, in denen meine Liebe zum Webdesign entstanden ist.
2015 habe ich mich nach einem Jahr Festanstellung und kurz vor meinem 21. Geburtstag als staatl. geprüfte Grafik-Designerin selbstständig gemacht.
Ich liebte das Webdesgin. Das machte mir so viel spaß das ich beschloss, mich nach ca. einem halben Jahr mehr auf Webdesign Kunden zu fokussieren.
Das war die erste Veränderung in meiner Selbstständigkeit.

Schnell habe ich gemerkt, dass gutes Webdesign alleine nicht ausreicht, um online erfolgreich zu sein. Also stieß ich über kurz oder lang auf Online-Marketing.
Ich war von vorne bis hinten fasziniert! Die schier unendlichen Möglichkeiten Kunden zu gewinnen und zu binden waren so unglaublich!
Ich selbst probierte die verschiedensten Techniken aus und fing an, meine Kunden in diesem Bereich zu beraten.
Das war die zweite Veränderung in meiner Selbstständigkeit.

Ich tauchte immer mehr ins Online-Marketing ab und da begann die Reise eigentlich auch schon Berg ab zu gehen. Ich merkte es allerdings erst ein Jahr später.

Wenn Geld dein Antrieb wird

Ich besuchte Seminare zum Thema Online-Marketing, habe Kurse gekauft habe mir Vorbilder in diesen Bereichen gesucht und schleichend kam der Antrieb „Geld“ dazu.

Zum einen durch mein Umfeld, da es mich immer wieder nach meinem Verdienst fragte und wir erinnern uns, ich hatte bereits 2 mal mein Business verändert und dadurch nicht wirklich die Gelegenheit gehabt, es richtig aufzubauen. Dementsprechend war ich immer eher knapp bei Kasse und musste schauen, wie ich mein Geld ausgebe.

Sowas geht natürlich nicht spurlos an mir vorbei, denn ich will ja auch mit meinem Partner in den Urlaub fliegen, mit Freunden essen gehen oder mir einfach mal selber etwas gönnen.

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, lies mich relativ schnell verunsichern und ich nahm Kritik, wenn sie von meinem engeren Kreis kommt, sehr persönlich. Dementsprechend habe ich mich immer geschämt, wenn ich kein Geld hatte. Ich haben mich geschämt wenn ich etwas wegen Geldnot absagen musste und ja, ich schäme mich immer noch dafür.

Das war der Nährboden für die 18 jährigen Online-Marketer und andere, die meinen sie wissen wie der Hase läuft, die dir in Schlips und Kragen erzählen, dass du mit geschicktem Online-Marketing schnell, viel Geld verdienen kannst.

Ich wusste zwar, dass das so nicht stimmte und ich nicht innerhalb von einer Sekunde 1 Mio € Umsatz machen kann, aber ich wusste es auch nicht.

Der Versuch schnell, viel Geld zu verdienen

Online-Marketing war MEIN THEMA! Ich wollte meine Strategie für Kundengewinnung genau so aufbauen, wie es die Großen machten, denn ich wollte auch endlich Geld haben. Ich ließ mich blenden vom Schein der „Großen“ und hinreißen von der Idee, einen Online-Kurs zu entwickeln und ja, ich habe sogar ein Buch geschrieben, dass es immer noch auf Amazon zu kaufen gibt.

Gerade mein Dad war so begeistert davon wie ich das alles aufbaute und das ich einen Vortrag über Online-Marketing bei einem Netzwerktreffen gehalten habe. Er war so stolz!
Alle waren stolz und meine Kunden waren zufrieden.
Die Produkte die ich entwickelte, der Online-Kurs (den es ebenfalls noch gibt) und das Buch sind wirklich gut. Ich habe da all mein Wissen reingesteckt und das Feedback von Kunden ist / war super.

Der Plan war, eine kostenlose Videoserie als „Köder“ zu benutzen, das Buch als erste Investition meiner Kunden zu nehmen und sie danach den Kurs kaufen zu lassen. Alles verbunden mit E-Mail Marketing.
Das war die 3. Veränderung in meiner Selbstständigkeit.

Ich war hoch motiviert. Allerdings nur so lange bis ich merkte, dass der Kurs nicht so oft gekauft wurde wie erhofft und das Geld, auf das ich so sehr gehofft hatte, nicht kam.

Von da an ging es so richtig Berg ab!

Ich setze mich an den Sales-Funnel, arbeitete an dem Kurs weiter, versuchte Interessenten zu gewinnen und einfach NICHTS aber auch GAR NICHTS klappte!
Ich bekam zwar neue Interessenten in meine E-Mail-Liste, allerdings kauften sie nicht! Ich habe so viel Geld in Werbung gesteckt, dass ich bis heute nicht raus habe und irgendwann wurde das alles nur noch zu einer Qual!

Langsam brach alles über mir zusammen. Ich hatte kein Bock morgens aufzustehen und zu arbeiten. Ich hatte kein Bock mit egal wem über mein Business zu sprechen. Ich hatte kein Bock von irgendjemandem gefragt zu werden ob ich wohin mitgehe, da ich mal wieder kein Geld hatte.

Ich habe 3 Monate gebraucht bis ich überhaupt gemerkt habe, dass etwas nicht stimmte!

Ich habe mich schlecht und wertlos gefühlt, weil ich versagt hatte und glaubte, alle zu enttäuschen. (Sie hatten Recht, ich kann es doch nicht schaffen.)
Ich habe es nicht geschafft durchzuhalten und ich verbannte mit der Zeit mein Umfeld aus meiner Selbstständigkeit. Ich redete mit so gut wie niemandem mehr darüber.

Nach weiteren 2 Monaten, dass war ca. Juli 2017 hatte ich endlich den Mut gefunden meiner besten Business-Freundin Verena davon zu erzählen.
Ich weiß noch wie schwer es mir gefallen ist und ich wusste nicht, wie ich ihr meine Situation beschreiben sollte.

Wir redeten viel darüber und versuchten die Ursache herauszufinden, denn ich war inzwischen so tief in Selbstzweifel und Motivationslosigkeit versunken, dass ich das nicht mehr ignorieren konnte. Irgendwas lief gewaltig schief!

Ich entschied mich dazu, die nächsten Monate nur noch das absolut nötigste für mein Business zu tun. Und zwar nur noch die Dinge, die tatsächlich Geld einbrachten. Zum Beispiel die Betreuung von Kundenwebsites oder Social Media Profilen.

Ich brauchte Zeit, um Abstand zu gewinnen und ich neu zu sortieren.

Die schmerzhafte Wahrheit

Ich hatte immer noch nicht die Ursache für diesen Zusammenbruch herausgefunden. Wobei… ganz tief in meinem Inneren wusste ich es schon lange und wollte es nicht wahr haben.

Eines Morgens stand ich unter der Dusche und auf einmal wurde es mir so klar, als hätte es mir jemand ins Gesicht geschlagen. Ich wusste warum es mir so beschissen ging. Und jetzt schämte ich mich noch mehr…

Die ganze Zeit dachte ich, dass ich das alles mache um meinen Kunden zu helfen. Doch die schmerzhafte und für mich peinliche Wahrheit ist, dass ich mir das selber nur eingeredet hatte.

Ich habe keinen Online-Kurs entwickelt weil ich wollte, dass Selbstständige ihre Website selbst aufbauen können (ok vielleicht ein bisschen). Was ich in erster Linie gesehen hatte war die Möglichkeit, relativ schnell, viel Geld zu verdienen und das mit möglichst wenig Aufwand.

Als das dann aber nicht geklappt hat, das Geld nicht kam und somit auch mein Antrieb „Geld“ mich nicht durch die Durchhalten-Phase tragen konnte, ist einfach alles über mir zusammengebrochen.

Diese Erkenntnis war so peinlich und schmerzhaft, dass ich es niemandem sagen konnte. Weder meinem Partner, noch meinen Eltern oder meinen Freunden.

Ich hatte mein Haus auf ein schlechtes und instabiles Fundament gestellt und nach einer gewissen Zeit ist es langsam eingesunken, bis es schließlich den Halt und die Stabilität verlor und ganz zusammengebrochen ist. Und ich lag drunter.

Wieder ins tun kommen

Der Moment der Erkenntnis war gleichzeitig auch der Moment in dem ich Anfing, das alles zu verarbeiten. Ich war einen Weg gegangen, den ich mir unbewusst hab aufzwingen lassen und nun musste ich aus meinem zusammengebrochenen Haus wieder rauskommen.

Die Frage war nur… wie?

Inzwischen war es August 2017 und Verena und ich überlegten, wie ich wieder ins TUN komme. Ich musste wieder anfangen etwas zu arbeiten. Ich musste meine Leidenschaft und meine Liebe wiederfinden.

Ich erinnerte mich daran, dass ich 2016 Tischkalender entwickelt hatte. Ursprünglich nur für mich, denn ich hatte keinen gefunden der so aufgebaut war, wie ich es gebraucht hatte und dazu noch schön aussah. Wir hatten damals schon unsere gemeinsame Facebook-Gruppe mit, ich glaube, 100 Mitgliedern und ich dachte, wenn ich mir schon einen Tischkalender ausdrucke und binde, kann ich auch noch gleich ein paar mehr machen.

Ich fragte also in der Gruppe nach, ob noch jemand einen Kalender haben wollen würde und zu meinem erstaunen war die Nachfrage so groß, dass ich die Tischkalender habe produzieren lassen.

Um wieder ins tun zu kommen, wollte ich 2017 wieder Tischkalender entwickeln. Dieses Mal sollten sie allerdings nicht unter dem Branding meines vorherigen Business stehen, sondern eher neutral sein. Ich entwarf also 2 verschiedene Layouts und lies meine Community entscheiden, welches sie gerne hätten.

Die Nachfrage war wieder sehr hoch und mir machte das alles Spaß. Ich liebte die Reaktion meiner Community auf die Entwürfe, ich liebte es mich mit den Druckereien zu streiten, bis ich die perfekte gefunden hatte, ich liebte es alles zu planen, zu designen und Druckfertig aus meinem Programm kommen zu lassen.

So langsam kam meine Motivation wieder und ich wollte noch mehr schöne und praktische Helferlein für Selbstständige entwickeln. Die Idee Businesszeug war geboren.

Das war der erste Moment nach Monaten, in dem ich mich wieder richtig gut fühlte!

Kurze Zeit später entdeckte ich das umweltfreundliche Steinpapier, das mich so faszinierte und mich wieder daran erinnerte, wie wichtig mir eigentlich die Natur ist und wie schön ich sie finde.

Mir war schnell klar, dass der Antrieb „schöne und praktische Produkte für Selbstständige entwickeln“ nicht stark genug sein wird, um mich durch all die Tücken der Selbstständigkeit zu tragen.

Das war die 4. Veränderung nach 2,5 Jahren Selbstständigkeit und jetzt waren alle um mich herum endgültig verwirrt und stark am zweifeln, ob ich das überhaupt jemals schaffen kann. Und ja, ich war es auch!

Ich wusste, ich brachte einen höheren Antrieb. Etwas, was mich wirklich in meinem tiefsten Inneren antreibt. Ich weiß, klingt ultra spirituell aber so etwas wie damals, wollte ich nicht noch einmal durchmachen und ich wusste, dass es für mich keinen anderen Weg als die Selbstständigkeit gab. Ich wollte das unbedingt schaffen!

Die Frage nach dem inneren Antrieb

Die Antwort auf die Frage nach deinem inneren Antrieb ist gar nicht so einfach. Ich wusste nicht was mich antreibt und um das herauszufinden fing ich an mich zu fragen wer ich eigentlich bin, was ich mag, was ich hasse, worauf ich Wert lege, welche Musik ich mag, welche Kleidung ich mag und so weiter.

Ich nahm mich quasi selbst auseinander um zu sehen, wer ist Maria?

Heraus kam ein kleiner Hippie.
Ich liebe chillige Beats, ich spiele für mein Leben gern Klavier, ich liebe die Natur, ich lege Wert auf Nachhaltigkeit, ich liebe den Boho Kleidungsstil, ich liebe Muster, ich liebe es wenn etwas bunt ist, ich will, dass jeder Mensch auf dieser Welt glücklich ist und das tut, was er am liebsten mag, ich liebe es mir Zeit für mich zu nehmen, um zu mir zu finden, ich bin fasziniert von dem Gedanken, dass alles und jeder in dieser Welt miteinander verbunden ist und so weiter.

Als ich mich auseinandergenommen hatte wusste ich auch, dass ich meine Spuren auf dieser Welt hinterlassen wollen würde und ich etwas gutes für die Umwelt tun wollte. Ich erinnerte mich daran, dass ein ehemaliger Kunde von mir eine Organisation unterstützte, die sich um die Aufforstung in Mitteleuropa kümmerten.

Und da war er. Mein innerster Antrieb. Ich wollte etwas gutes für unsere Umwelt tun und durch die Organisation „I Plant A Tree“ bekam dieser Antrieb auf einmal einen Namen und ein Gesicht.

Ich will mit meinem Unternehmen, mit Businesszeug, helfen die Wälder aufzuforsten. Ich will meinen Kunden das Thema Nachhaltigkeit bewusster machen, indem ich meine Produkte nachhaltig produzieren lasse von einer lokalen Druckerei in Heidelberg, aus nachhaltigen Materialien wie zum Beispiel dem umweltfreundlichen Steinpapier und ihnen die Möglichkeit geben, während sie arbeiten Bäume zu pflanzen und die Produkte mit gutem Gewissen zu verwenden.

Ich war so stolz, das ist so sehr ich, dass es mir Angst machte.

Ich kann in Businesszeug voll und ganz aufgehen. Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Ich bin viel selbstbewusster, auch wenn noch ein Hauch Unsicherheit in der Luft liegt.

Ich liebe es neue Produkte zu entwickeln, Bäume zu pflanzen, Selbstständigen zu helfen fokussierter und produktiver zu arbeiten und Businesszeug bekannter zu machen.

Es ist ein tolles Gefühl, denn zum ersten Mal in meiner Selbstständigkeit habe ich das Gefühl, etwas wirklich sinnvolles zu tun!